OHG Gründung

OHG gründen – das sind die wichtigsten Punkte

Eine offene Handelsgesellschaft sagt schon im Namen, was Sache ist. Denn wer eine OHG gründen will, macht irgendwas mit Handel. Doch was hat es mit dieser Rechtsform genau auf sich? Wo liegen die Vor- und die Nachteile gegenüber anderen Rechtsformen? Welche Geschäftsideen passen, was müssen gerade Startups vor und nach dem Pitch wissen, wenn sie über eine OHG-Gründung nachdenken? Wann ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die GbR, die richtige Wahl und wann die OHG?

 

Fragen über Fragen, die Antworten gibt es in diesem Beitrag.

 

 

Eine offene Handelsgesellschaft ist formal eine Personengesellschaft: Mindestens zwei Personen, die Gesellschafter, schließen sich in einer OHG zusammen, um gemeinsam in einer Firma ein Handelsgewerbe zu betreiben. Gesetzliche Grundlage ist das HGB, also das Handelsgesetzbuch. Wichtig sind hier zwei Begriffe. Die Person kann natürlich sein, also ein realer Mensch. Es geht aber auch eine juristische Person für die Gründung einer OHG, also zum Beispiel eine GmbH oder UG. Noch wichtiger ist allerdings die Klärung des Begriffs Handelsgewerbe. Denn der bestimmt, ob die Geschäftsidee in einer GbR verwirklicht werden kann – oder eben doch eine OHG nötig ist, immer vorausgesetzt, dass zur Existenzgründung eine Personengesellschaft die erste Wahl sein soll. Also: Ein Handelsgewerbe liegt vor, wenn ein Gewerbebetrieb unterhalten wird und dieser einen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. Leider gibt es keine Definition, wann das genau der Fall ist. Es gibt zwar bestimmte Kriterien, die eine Rolle spielen. Dazu gehören unter anderem der Umsatz, die Art und der Umfang der Geschäftstätigkeit, Kredite, das Betriebsvermögen und die Mitarbeiterzahl. Oft werden als Grenze 5 Mitarbeiter und 500.000 Euro Umsatz angesehen – aber eben nicht überall gleich. Ob Sie ein richtiges oder nur ein Kleingewerbe haben, ist also eine entscheidende Frage. Deshalb ist schon an dieser Stelle anwaltliche Beratung bei der Gründungsplanung sehr zu empfehlen. Schauen Sie einfach auf der felix.1-Gründerseite und fordern Sie einen Rückruf an. 

 

 

Doch warum sollte man überhaupt eine OHG gründen? Es gibt einige gute Gründe, im Businessplan auch an eine offene Handelsgesellschaft zu denken.

 

  • Kein Mindestkapital. Für die Gründung ist im Unterschied zur Kapitalgesellschaft (GmbH, UG) keinerlei Startkapital notwendig. Aber: Natürlich macht es Sinn, wenn die Gesellschafter Einlagen in die OHG einbringen. Andernfalls kann die Finanzierung auf äußerst wackligen Füßen stehen.
  • Relativ niedrige Gründungskosten, auch hier im Vergleich zur Kapitalgesellschaft. Verpflichtend sind lediglich die Anmeldung beim Gewerbeamt und die Kosten für die Eintragung ins Handelsregister. Ein Gesellschaftsvertrag der Gründer ist hingegen nicht zwingend notwendig. Ratsam ist er aber allemal, eine notarielle Beglaubigung ist hingegen nicht notwendig. Dazu kommen wir später noch ausführlich.
  • Höheres Ansehen als die GbR im Geschäftsverkehr.
  • Relativ freie Namenswahl für die Firma. Einzige Voraussetzungen sind:
  • Der Rechtsformzusatz „offene Handelsgesellschaft“ ist zwingend, was auch als Abkürzung möglich ist (oHG, OHG).
  • Der Firmenname darf nicht in die Irre darüber führen, was sich tatsächlich dahinter verbirgt (Firmenwahrheit).
  • Aus dem Namen muss deutlich werden, dass er sich von anderen Unternehmen aus dem gleichen Bereich unterscheidet – Internethandel OhG reicht nicht, XYZ Internethandel OGH dagegen schon (Unterscheidungskraft). 

 

 

Wie bei den Vorteilen ist die Betrachtung der Nachteile sozusagen in beiden Richtungen möglich – also die Unterschiede zur GbR, aber auch zu den Kapitalgesellschaften. Wichtig ist zu erwähnen, dass zumindest einige der Nachteile nicht zu ändern sind. Wer eine Personengesellschaft gründen will, muss oft eine OHG gründen, weil die Kriterien für eine GbR nicht ausreichen.

 

  • Haftung! Da gibt es absolut keinen Unterschied zur GbR, aber einen entscheidenden zur GmbH/UG. Denn alle Gesellschafter haften in der OHG gesamtschuldnerisch. Die unbeschränkte Haftung umfasst nicht nur das Vermögen der Gesellschaft, sondern ausdrücklich auch das Privatvermögen der Gesellschafter – im Unterschied zur Kapitalgesellschaft, in der das Privatvermögen unangetastet bleibt. Bei Verbindlichkeiten kann zum Beispiel ein Gläubiger das ausstehende Geld von einzelnen Gesellschaftern einfordern, ganz gleich, was die Gesellschafter im OHG-Vertrag vereinbart haben.
  • Gesellschafter-Auswahl: Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet, heißt es vor der Ehe. Das gilt im Prinzip auch bei der OHG. Wegen der hohen Haftungsrisiken sollten der oder die anderen Gesellschafter gut ausgewählt sein. Man muss ja nicht gleich bei jedem Thema der gleichen Meinung sein, so kann man sich sicher über die Mitarbeiterführung streiten, aber das höchste Vertrauen in die übrigen Mitgesellschafter ist unabdingbar. Insofern ist eine schnelle Gründung nur möglich, wenn die Gesellschafter sich gegenseitig ein gewisses Vertrauen erarbeitet haben, was natürlich Zeit braucht.
  • Doppelte Buchführung ist Pflicht. Bei der GbR ist eine solch aufwendige Buchhaltung in der Regel nicht nötig. Diese Buchführungspflichten sind nicht zu unterschätzen und erfordern spätestens bei der Steuer professionelle Hilfe. Diese können Sie zum Beispiel mit den verschiedenen Unternehmerpaketen von felix1.de finden.

 

 

Wir hatten den Gesellschaftsvertrag bereits weiter oben kurz erwähnt, nun soll er ausführlich vorgestellt werden. Vorab sei erwähnt, dass dieser Gesellschaftervertrag prinzipiell auch mündlich abgeschlossen werden kann. Wir raten allein wegen der Haftungsrisiken davon ab. Wichtig zu wissen: Der Gesellschaftsvertrag muss nur notariell beurkundet werden, wenn eine Immobilie oder ein Grundstück in die OHG eingebracht wird.
Der Vertrag hat keine formalen Regeln. Was drin steht, bestimmen die Gesellschafter. Diese können auch entscheiden, einen Mustervertrag zur Gründung ihrer OHG zu nutzen. Ratsam ist dies aber nicht immer. Sie sollten besser auf Nummer Sicher gehen und den Vertrag durch jemanden erstellen lassen, der auf das Gesellschaftsrecht spezialisiert ist. Hilfe bekommen Sie bei felix1.de

 

Was sollte aber unbedingt drin stehen im Vertrag?

 

  • Ganz klar: Firmenname und Firmensitz gehören rein, ebenso Namen und Adressen der Gesellschafter. Der Firmenname darf völlig beliebig sein, er darf nur erstens nicht mit schon bestehenden Namen kollidieren – und zweitens muss am Ende das „OHG“ oder „offene Handelsgesellschaft“ stehen.
  • Zweck der OHG: Womit soll das Unternehmen Geld verdienen?
  • Einlagen jedes Gesellschafters: An dieser Stelle sollte klar stehen, was die Gesellschafter in die OHG einbringen, getrennt nach Geld- und Sachleistungen.
  • Geschäftsführung: Standardmäßig ist jeder Gesellschafter auch Geschäftsführer, und prinzipiell herrscht in einer OHG Einzelgeschäftsführung. Das bedeutet, dass jeder Geschäftsführer allein die OHG nach außen vertreten kann. Im OHG-Vertrag lässt sich das aber nach Belieben ändern. So kann man festlegen, dass zum Beispiel nur bestimmte Gesellschafter auch Geschäftsführer sind oder ab einer gewissen Summe Entscheidungen immer von allen Gesellschaftern gemeinsam beschlossen werden müssen. Ebenfalls ist bei einer OHG die Einrichtung einer Prokura möglich. Das bedeutet, dass die Geschäftsleitung teilweise an einen Bevollmächtigten übertragen wird, der kein Gesellschafter ist. Das muss auf jeden Fall im Handelsregister eingetragen werden. Zudem muss wenigstens immer ein Gesellschafter in der Geschäftsführung sein.
  • Haftungsregeln: Nach außen, also im Geschäftsverkehr, spielen sie keine Rolle. Einem Gläubiger kann es egal sein, von wem er sein Geld bekommt. Es lässt sich aber eine interne Haftungsverteilung vereinbaren.
  • Verteilung der Gewinne und Verluste: Wird nichts im Vertrag vereinbart, geht das prinzipiell zu gleichen Teilen, wobei der gesetzliche Gewinnanteil 4 Prozent der Einlage jedes Gesellschafters beträgt – und der verbliebene Rest gleichmäßig nach Köpfen aufgeteilt wird.
  • Regeln zur Entnahme aus dem Gesellschaftsvermögen.
  • Was passiert, wenn ein Gesellschafter erkrankt, ausscheidet oder stirbt?

 

In jedem Fall sollte man für den Gesellschaftsvertrag einen auf Gesellschaftsrecht spezialisierten Rechtsanwalt hinzuziehen, wie es felix1.de anbietet.

 

 

Sie wurden bereits erwähnt: zwei wichtige Formalitäten sind unbedingt notwendig für die Gründung. Einerseits die Eintragung ins Handelsregister und andererseits die Anmeldung beim Gewerbeamt.

 

Die Anmeldung für das Handelsregister beim Gericht muss ein Notar vornehmen. Bei der Suche nach einem geeigneten Notar kann Sie felix1.de selbstverständlich unterstützen. Meist dauert es von der Anmeldung bis zur endgültigen Eintragung heutzutage meist nur noch wenige Tage. Die Kosten für das Handelsregister und für den Notar betragen ungefähr 200 bis 300 Euro. Achtung: Der Eintrag Ihrer OHG ist dann auch im Internet zu finden. Diesen Umstand machen sich seit Jahren Betrüger zunutze und schicken an die Firmenadresse vermeintliche Rechnungen, die Sie angeblich unbedingt schnell bezahlen müssen. Tatsächlich handelt es sich um Betrug, überweisen Sie nichts.
Mit dem Eintrag im Handelsregister können Sie nun die Gewerbeanmeldung vornehmen. Dafür gibt es in der Regel online Vordrucke. Die Kosten liegen, abhängig vom Sitz der OHG zwischen 10 und 60 Euro.
Nach der Anmeldung des Gewerbes erhalten Sie in der Regel automatisch vom Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Diesen müssen Sie ausfüllen und zum Finanzamt schicken. Sie erhalten dann Ihre Steuernummer.
Schließlich folgen noch die Anmeldung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK). Falls Sie Angestellte haben (werden), ist die Anmeldung bei der Arbeitsagentur nötig, um eine Betriebsnummer zu erhalten.
Bei allen diesen Schritten können Sie sich auf die professionelle Beratung von felix1.de verlassen. 

 

 

 

Die Besteuerung einer OHG ist in gewissem Sinne zweigeteilt. Einerseits werden einige Steuern direkt von der Gesellschaft erhoben – das sind die Gewerbe- und die Umsatzsteuer. Andererseits werden Einkommen- beziehungsweise Körperschaftsteuer direkt bei den Gesellschaftern erhoben. Die Details kommen jetzt:

 

  • Gewerbesteuer: Sie wird direkt bei der OHG erhoben. Als Personengesellschaft hat die Gesellschaft aber einen Freibetrag von 24.500 Euro, so dass vom Gewerbeertrag 24.500 Euro abgezogen werden und die Gewerbesteuer nur auf diesen geringeren Betrag berechnet wird. Die Höhe des Steuersatzes (der steuerliche Hebesatz) hängt davon ab, wo die Gesellschaft ihren Firmensitz hat. Grund: Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer – und die Gemeinden legen den Steuersatz auch selbst fest. Unter Umständen sollten Gründer also durchaus schauen, wo sie sich ansiedeln. Womöglich sind nur wenige hundert Meter vom geplanten Firmensitz deutlich geringere Gewerbesteuern zu zahlen.
  • Umsatzsteuer: Ganz klar, eine offene Handelsgesellschaft muss auf ihre Produkte und Dienstleistungen Umsatzsteuer bezahlen. Das sind entweder 19 Prozent (Regelsatz) oder der ermäßigte Satz von 7 Prozent etwa bei Lebensmitteln oder einem Handel mit Büchern.
  • Einkommensteuer/Körperschaftsteuer: Jeder Gesellschafter wird mit seinem jeweiligen Gewinnanteil zur Einkommensteuer veranlagt. Dabei wird aber die eventuell zu zahlende Gewerbesteuer anteilig angerechnet. Ist der Gesellschafter eine juristische Person, ist nicht Einkommen-, sondern Körperschaftsteuer fällig.

 

Wie schon erwähnt, erfordert eine OHG überdies hinaus auch noch doppelte Buchführung. Auf einen Steuerberater, und zwar schon in der Gründungsphase, sollten Sie deshalb nicht verzichten. felix1.de hilft Ihnen nicht nur, den am besten zu Ihnen passenden Steuerberater zu finden. Sie haben zudem die Wahl zwischen den drei folgenden Unternehmerpakten für die OHG: Basis-Paket, Plus-Paket und das Premium-Paket.

 

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