Altersentlastungsbetrag

Wurde das 64. Lebensjahr vor Beginn des Kalenderjahres vollendet, kann ein Altersentlastungsbetrag von der Summe der Einkünfte abgezogen werden. Personen, die vor dem 2.1.1950 geboren wurden, können den Altersentlastungsbetrag ab dem Kalenderjahr 2014 geltend machen. Der Altersentlastungsbetrag wird seit 2005 stetig verringert. In 2005 waren 40 % auf die begünstigten Einkünfte aber maximal 1.900 Euro abzugsfähig. In 2040 wird der Altersentlastungsbetrag vollständig auf 0 % und 0 Euro heruntergesetzt sein. Für das Kalenderjahr 2014 sind 25,6 % der begünstigten Einkünfte aber maximal 1.216 Euro absetzbar.

Der Altersentlastungsbetrag ist nur für bestimmte Einkünfte möglich.

Ausgeschlossen sind Einkünfte aus:

  1. Versorgungsbezügen (z. B. Ruhegelder, Wartegelder, Witwen und Waisengelder)
  2. Einkünfte aus Leibrenten
  3. Abgeordnetenbezüge
  4. Leistungen aus Pensionsfonds
  5. Berufsunfähigkeits-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten

Für die Ermittlung der Bemessungsgrundlage müssen zuerst alle positiven Einkünfte mit allen negativen Einkünften verrechnet werden, soweit sie nicht aus Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit besteht und nicht zu den ausgeschlossenen Einkünften zählen. Im zweiten Schritt wird, wenn ein positiver Betrag ermittelt wurde, dieser mit den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit (Lohn) verrechnet. Für die Berechnung der Bemessungsgrundlage des Altersentlastungsbetrages wird der Arbeitslohn ohne den Werbungskostenabzug oder des Werbungskostenpauschbetrages herangezogen.

Ermittlung der Bemessungsgrundlage:

   Arbeitslohn (ohne Vorsorgebezüge und ohne Abzug von Werbungskosten)
+ Summe der positiven Einkünfte ohne die ausgeschlossenen Einkünfte (Punkt 1 bis 5)

Beispiel: Das Ehepaar Schmidt hat Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und aus Vermietung und Verpachtung. Auf den Ehemann entfallen 100.000 Euro auf die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und 5.000 Euro auf die Vermietungseinkünfte. Die Ehefrau hat Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit in Höhe von 50.000 Euro und 10.000 Euro aus Vermietung und Verpachtung. Der Ehemann ist am 1.1.1950 geboren. Seine Ehefrau ist am 1.1.1953 geboren.

Aufteilung der Einkünfte

  Herr Schmidt  Frau Schmidt
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit 100.000 Euro       50.000 Euro
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung      5.000 Euro 10.000 Euro
Summe der Einkünfte 105.000 Euro 60.000 Euro


Nur der Ehemann hat vor dem 1.1.2014 das 64. Lebensjahr vollendet und es ist ihm der Altersentlastungsbetrag zu gewähren. In 2014 steht ein Altersentlastungsbetrag von 25,6 % der Einkünfte zur Verfügung (105.000 € x 25,6 %) = 26.880 € aber maximal 1.216 Euro. Frau Schmidt kann den Altersentlastungsbetrag nicht geltend machen, da sie nicht das 64. Lebensjahr vollendet hat. Der Altersentlastungsbetrag ist nur von den Einkünften des Herrn Schmidt abziehbar.

                              
- Altersentlastungsbetrag  1.216 Euro  
  103.784 Euro       60.000 Euro
 Gesamtbetrag der Einkünfte    163.784 Euro

 

Hat der Ehepartner nicht ausreichend viele eigene Einkünfte oder sogar gar keine, wirkt sich der Altersentlastungsbetrag bei dem anderen Ehepartner nicht aus.

 

Stand: 20.05.2015

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