Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer

Gewerbetreibende, die Gewerbesteuer zahlen müssen, können die Gewerbesteuer zumindest teilweise auf die Einkommensteuer direkt anrechnen. Dadurch wird eine Ermäßigung der Einkommensteuer erreicht. Bis 2008 war die Gewerbesteuer noch Betriebsausgabe und wirkte sich somit nicht mehr auf den steuerlichen Gewinn des Unternehmens aus.

Wer kann die Gewerbesteuer anrechnen?

Die Gewerbesteuer kann nur von natürlichen Personen und Gesellschaftern von Personengesellschaften angerechnet werden. Die Anrechnung darf nur auf die Einkommensteuer vorgenommen werden, diejenige auf die gewerblichen Einkünfte von Einzelunternehmen und Personengesellschaften entfällt. Zusätzlich ist die Anrechnung beschränkt auf die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer in dem jeweiligen Jahr. Die Ermäßigung beträgt das 3,8-fache des Gewerbesteuermessbetrages. Die Gewerbesteuer, die durch eine juristische Person (UG, GmbH, AG) gezahlt wird, kann nicht auf die Einkommensteuer und auch nicht auf die Körperschaftsteuer angerechnet werden.

Anteilige Anrechnung auf Gewerbeeinkünfte

Die Gewerbesteuer kann nur auf den Teil der Einkommensteuer angerechnet werden, der aus gewerblichen Tätigkeiten entstanden ist. Sind weitere Einkünfte vorhanden, muss die Gewerbesteuer aufgeteilt werden.

Beispiel: Der Einzelunternehmer (U) erzielt einen Gewinn aus seinem Gewerbebetrieb von 100.000 Euro. Zusätzlich hat er Einkünfte aus einem Anstellungsverhältnis i.H. v. 300.000 Euro und einen Verlust aus Vermietungseinkünften von 200.000 Euro. Nach Abzug von Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen muss U 42.000 Euro Einkommensteuern zahlen.
Der Gewinn aus dem Einzelunternehmen ist gewerbesteuerpflichtig. U zahlt (bei einem Hebesatz von 400 %) 14.000 Euro Gewerbesteuern. Maximal ist das 3,8 fache des Gewerbesteuermessbetrags (100.000 Euro x 3,5 % x 3,8 = 13.300 Euro) an die Einkommensteuer anrechenbar. Da die Einkommensteuer nur zu 1/4 auf die den Gewerbebetrieb entfällt, ist die Anrechnung auch nur auf dieses Viertel möglich (42.000 Euro x 1/4 = 10.500 Euro). Die restliche, nicht anrechenbare Gewerbesteuer (14.000 Euro - 10.500 Euro = 3.500 Euro) kann nicht berücksichtigt werden.

Auswirkung der Anrechnung

Die Ermäßigung durch die Anrechnung ist nicht gleichzusetzen mit dem Ansatz der Gewerbesteuer als Betriebsausgabe. Durch den Ansatz als Betriebsausgabe konnte ein Verlust bzw. eine Steuererstattung erzielt werden. Durch den Ansatz der Gewerbesteuer bei der Einkommensteuer hingegen kann im besten Fall eine Einkommensteuer von 0 Euro erreicht werden. Wurde keine Einkommensteuer festgesetzt, ist auch keine Grundlage vorhanden, worauf die Gewerbesteuer angerechnet werden könnte.

Beispiel: Der Einzelunternehmer hat einen Verlust aus seinem Gewerbebetrieb von 10.000 Euro, daher muss er keine Einkommensteuer zahlen.
Für die Berechnung der Gewerbesteuer müssen bestimmte Betriebsausgaben hinzugerechnet werden. Ergibt sich ein gewerbesteuerlicher Gewinn, von 30.000 Euro, sind durchschnittlich 825 Euro Gewerbesteuern zu zahlen. Die Anrechnung der Gewerbesteuer (825 Euro) ist nicht möglich, da keine Einkommensteuer gezahlt werden muss.

 

Stand: 17.04.2015

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