Behindertenpauschbetrag

Behinderte Personen können im Rahmen der Einkommensteuererklärung einen Behindertenpauschbetrag in Form von außergewöhnlichen Belastungen abziehen, wenn sie eine Behinderung von mindestens 50 % haben. Liegt der Behinderungsgrad zwischen 25 % und 50 %, kann auch ein Behindertenpauschbetrag abgezogen werden, wenn aufgrund der Behinderung eine gesetzlich vorgeschriebene Rente gezahlt wird oder das Recht auf eine solche Rente besteht. Hat der Steuerpflichtige eine dauerhafte Einbuße der körperlichen Beweglichkeit oder eine typische Berufskrankheit, kann ebenfalls ein Behindertenpauschbetrag abgezogen werden, wenn eine Behinderung von mindestens 25 % vorliegt.

Der Behindertenpauschbetrag wird statt der tatsächlich entstanden Kosten durch die Behinderung gewährt.

Höhe des Pauschbetrages:

Behinderungsgrad und Pauschbeträge

  • von 25 % und 30 % =      310 Euro
  • von 35 % und 40 % =      430 Euro
  • von 45 % und 50 % =      570 Euro
  • von 55 % und 60 % =      720 Euro
  • von 65 % und 70 % =      890 Euro
  • von 75 % und 80 % =   1.060 Euro
  • von 85 % und 90 % =   1.230 Euro
  • von 95 % und 100 % = 1.450 Euro

Behinderte, die hilflos oder blind sind, können einen erhöhten Behindertenpauschbetrag von 3.700 Euro ansetzen.

Für behinderte Kinder kann der Behindertenpauschbetrag auf Antrag auf die Eltern übertragen werden.
Wird im Laufe des Jahres der Behinderungsgrad geändert, ist der höhere Behinderungsgrad, der in dem Kalenderjahr vorlag, für das ganze Jahr anzusetzen.
Der Behindertenpauschbetrag ist ein Jahresbetrag, der auch dann nicht gemindert wird, wenn eine Behinderung erst im Laufe des Jahres auftritt oder wegfällt.

Neben dem Behindertenpauschbetrag können weitere Kosten geltend gemacht werden, wenn diese im Zusammenhang mit der Behinderung stehen. Dazu zählt vor allem der Ansatz der Kfz-Kosten für behinderte Menschen, soweit diese angemessen sind.
Wird nur der Behindertenpauschbetrag angesetzt, muss keine zumutbare Belastung berechnet werden. Wird hingegen der Behindertenpauschbetrag mit den tatsächlich entstandenen zusätzlich abziehbaren Kosten kombiniert, ist auch der Behindertenpauschbetrag mit in die Berechnung der zumutbaren Belastung einzubeziehen.

 

Stand: 07.05.2015

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