Betriebsveranstaltung

Arbeitgeber können Aufwendungen für Betriebsveranstaltungen als Betriebsausgaben geltend machen. Bis zum 31.12.2014 durften maximal 110 Euro pro Person lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei dem Arbeitnehmer zugewendet werden. Wurde diese Grenze überschritten, musste der komplette Betrag als Lohnbestandteil des Arbeitnehmers versteuert werden.
Ab dem 1.1.2015 wurde eine Gesetzesänderung vorgenommen. Diese Freigrenze wurde in einen Freibetrag umgewandelt. Wird nun der Betrag von 110 Euro überschritten, bleiben die Aufwendungen bis zu 110 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Nur der übersteigende Betrag muss versteuert werden. Eine weitere Änderung betrifft die Kosten. Ab 2015 werden dem Mitarbeiter auch Kosten für Angehörige, die dieser zur Betriebsveranstaltung mitbringt, zugerechnet. Des Weiteren sind alle Kosten (auch die Gemeinkosten) nun mit einzurechnen und auf die Mitarbeiterzahl aufzuteilen, die an der Betriebsveranstaltung teilnehmen.

Selbstkosten des Arbeitgebers werden nicht hinzugerechnet. Das betrifft z. B. Kosten der Planung und Organisation.

Zu einer Betriebsveranstaltung können Arbeitnehmer weiterhin Angehörige und (Ehe-)Partner mitnehmen. Zu den Betriebsveranstaltungen gehören u. a. Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern oder Feiern von Geschäftsjubiläen.

Achtung! Veranstaltungen, zu denen nur bestimmte Arbeitnehmergruppen zählen, sind seit 2015 Betriebsveranstaltungen.

Beispiel: Ein Arbeitgeber lädt zur Weihnachtsfeier nur die Produktionsabteilung ein. Die Mitarbeiter der Verwaltung seines Unternehmens werden nicht eingeladen.
Die Weihnachtsfeier kann ab 2015 als Betriebsveranstaltung klassifiziert werden. Grundsätzlich muss nicht mehr jeder Arbeitnehmer an der Veranstaltung teilnehmen dürfen.

Was fällt alles unter Aufwendungen?

Zu den Aufwendungen einer Betriebsveranstaltung gehört alles, was man konsumieren kann, wie:

  • Speisen, Getränke, Tabakwaren und Süßigkeiten
  • Übernachtungs- und Fahrtkosten
  • Eintrittskarten für kulturelle und sportliche Veranstaltungen
  • Geschenke im Rahmen der Betriebsveranstaltung
  • Äußerer Rahmen, z. B. Musik oder künstlerische Darbietung
  • Raummiete
  • Kosten des Rahmenprogramms
  • Kosten für Angehörige der Arbeitnehmer, die auch an der Betriebsveranstaltung teilnehmen

Achtung! Die Anzahl der betriebsfremden Personen darf die Anzahl der eigenen Mitarbeiter nicht übersteigen.

Überschreiten der 110-Euro-Grenze

Die Aufwendungen einer Veranstaltung sind bis 110 Euro (inkl. Umsatzsteuer) pro Arbeitnehmer lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Wird dann doch das eine oder andere Getränk mehr bestellt und beträgt dann der Aufwand mehr als 110 Euro je Arbeitnehmer, muss der übersteigende Teil der Kosten des Arbeitgebers mit 25 % pauschal versteuert oder beim Arbeitnehmer als zusätzliches lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtiges Entgelt abgerechnet werden.
Die Aufwendungen sind für den Arbeitgeber in jedem Fall immer Betriebsausgaben, solange die Veranstaltung eine betriebliche Veranstaltung ist. Private Veranstaltungen zählen nicht als Betriebsveranstaltungen und fallen nicht unter die Regelung.

Beispiel: Der Arbeitgeber veranstaltet eine Geburtstagsfeier zu seinem fünfzigsten Geburtstag. Diese Veranstaltung ist eine private Veranstaltung, die keine Betriebsausgabe darstellt.

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