Buchführungspflicht

Alle Unternehmen müssen Bücher führen. Das bedeutet alle Geschäftsvorgänge (z. B. Einkäufe und Verkäufe) müssen von dem Unternehmen aufgezeichnet werden.

Je nach Größe und Art des Unternehmens sind zwei verschiedene Buchführungssysteme möglich.
Unternehmen, die Kaufleute sind oder einen Gewinn von mindestens 60.000 Euro* erwirtschaften bzw. einen Umsatz von mindestens 600.000 Euro* pro Jahr erzielen, müssen eine doppelte Buchführung vornehmen. Kleine Unternehmen, die keine Kaufleute sind und Freiberufler können auch die einfache Buchführung durchführen.

 *bis zum 31.12.2015: Gewinn bis 50.000 Euro, Umsatz bis 500.000 Euro

 Buchführungspflicht

Doppelte Buchführung

Die doppelte Buchführung ist aufwendiger als die einfache Buchführung. Jeder einzelne Vorgang ist immer auf zwei Konten zu erfassen.

Beispiel: Der Unternehmer kauft einen Pkw beim Autohaus für 15.000 Euro ein und bezahlt sofort bar.
Diese 15.000 Euro müssen auf dem Konto Fuhrpark als Zugang (+15.000 Euro) und auf dem Konto Kasse als Abgang (-15.000 Euro) erfasst werden.

In der doppelten Buchführung müssen auch Vorgänge erfasst werden, wenn noch kein Geld geflossen ist, aber eine Leistung in Anspruch genommen oder erbracht wurde.

Beispiel: Der Landmaschinenhändler Schmidt verkauft einen Traktor an den Bauern Müller für 250.000 Euro. Schmidt und Müller vereinbaren, dass die 250.000 Euro erst in 6 Monaten zu zahlen sind.
Schmidt muss sofort den Verkauf als Einnahme verbuchen, obwohl er noch kein Geld erhalten hat. Dieser Verkauf erhöht sofort Schmidts Gewinn.

Bei Unternehmen, die die doppelte Buchführung anwenden, müssen die Jahresabschlüsse aus der Bilanz (ggf. mit Anhang) und der Gewinn- und Verlustrechnung bestehen.

Erleichterungen für kleine Unternehmen und Freiberufler

Die einfache Buchführung erfolgt nur über Einnahmen und Ausgaben (Einnahmen-Überschuss-Rechnung). Die Differenz aus den Einnahmen und den Ausgaben ergibt den Gewinn. Die noch nicht realisierten Einnahmen und Ausgaben wirken sich nicht auf den Gewinn aus. Außerdem müssen kleine Unternehmen und Freiberufler keine Inventur durchführen, weil diese Bestände nicht in den Jahresabschluss einfließen.

Beispiel: Der Internethändler Meier verkauft einen PC an die Privatperson Hoffmann für 500 Euro am 25.12.2014. Meier und Hoffmann vereinbaren, dass die 500 Euro zum 15.01.2015 zu zahlen sind.
Meier erfasst nur Einnahmen, wenn er Geld erhalten hat. Am 25.12.2014 muss er keine Aufzeichnungen vornehmen. Sein Gewinn erhöht sich in 2014 durch den Verkauf nicht.
Erst mit der Bezahlung durch Hoffmann in 2015 sind die 500 Euro als Einnahme zu erfassen und wirken sich auf den Gewinn 2015 aus.

Besonderheit: Einzelkaufleute (Einzelunternehmer, die im Handelsregister eingetragen sind) können, wenn sie die Umsatz- und Gewinngrenzen in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nicht überschreiten, auch die einfache Buchführungspflicht in Anspruch nehmen.

Übergang von der einfachen auf die doppelte Buchführungspflicht

Überschreiten Unternehmer, die nach der einfachen Buchführungspflicht ihre Jahresabschlüsse erstellen, die Grenzen des Gewinns oder des Umsatzes, werden sie zur doppelten Buchhaltung verpflichtet.
Sie werden vom Finanzamt in diesem Fall aufgefordert, ihre Buchführung ab dem Folgejahr der Aufforderung von der einfachen Buchführung auf die doppelte Buchführung umzustellen.
Stellt ein Unternehmer fest, dass er im laufenden Jahr bereits die Gewinngrenze oder die Umsatzgrenze überschreiten wird, muss er bereits ab dem Folgejahr die doppelte Buchführung durchführen.
Wird ein Unternehmen, welches die einfache Buchführung angewendet hat, aufgegeben, muss auch ein Jahresabschluss erfolgen, der nach der doppelten Buchführung ermittelt wurde. Auch hier muss eine Umstellung vorgenommen werden.

Stand: 11.12.2015

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