Durchlaufender Posten

Werden Beträge im Namen und für andere vereinnahmt, liegt ein durchlaufender Posten vor. Wird der Gewinn in Form einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt, wirken sich diese durchlaufender Posten nicht auf den Gewinn aus. Bei der Bilanzierung ist der durchlaufende Posten zu aktivieren oder passivieren.

Unabhängig von der Gewinnermittlungsart lösen durchlaufende Posten beim einnehmenden Unternehmen keine Umsatzsteuer aus, da die Leistung nicht durch dieses Unternehmen erbracht wurde. Bei den leistenden Unternehmen (das Unternehmen, für das die Beträge eingenommen wurden) entsteht die Umsatzsteuer und muss an das zuständige Finanzamt abgeführt werden. Es liegt daher für den Unternehmer kein steuerbarer Umsatz vor.

Damit ein durchlaufender Posten vorliegt, muss bereits zu Beginn feststehen, dass das vereinnahmte Geld im Namen und auf Rechnung eines Dritten eingenommen wird.

Typische durchlaufende Posten sind die Vereinnahmung von Gerichtskosten, die durch den Anwalt eingenommen werden und an das Gericht weitergeleitet werden.

Beispiel eines durchlaufenden Postens: Der Kunde lässt in seiner Kfz-Werkstatt durch einen technischen Überwachungsverein (TÜV) eine Hauptuntersuchung durchführen. Die Kfz-Werkstatt nimmt das Geld vom Kunden ein und leitet es an den TÜV  weiter. Wird dem Kunden eine Rechnung durch die Werkstatt ausgestellt, muss klar ersichtlich sein, dass die Berechnung der TÜV-Gebühr im Namen und auf Rechnung des TÜV erfolgt. Deshalb wird diese Gebühr von der Werkstatt ohne Umsatzsteuer berechnet. Der TÜV erbringt eine Leistung, die umsatzsteuerpflichtig ist. Deshalb wird durch die Werkstatt der Bruttobetrag dem Kunden in Rechnung gestellt.
Werden Steuern (indirekte Steuern) durch das Unternehmen eingenommen, liegt kein durchlaufender Posten vor, es sei denn, die Steuer wird nur treuhänderisch eingenommen und weitergeleitet.

Beispiel: Der Steuerberater erhält vom Finanzamt die Steuererstattung eines Mandanten und leitet diese weiter. Damit liegt ein durchlaufender Posten vor. Der Steuerberater hat nur treuhänderisch dieses Geld entgegengenommen, selbst aber keine Leistung erbracht.

Im Gegensatz dazu sind Steuern, die ein Unternehmer deshalb einnimmt, weil er selbst Leistungen erbracht hat, nicht als durchlaufender Posten zu behandeln Beispielsweise ist die Umsatzsteuer, die ein Unternehmer im Rahmen seines Unternehmens einnimmt, weil er umsatzsteuerpflichtige Leistungen erbracht hat, kein durchlaufender Posten, obwohl sie an die zuständige Finanzbehörde abgeführt werden muss.

 

Stand: 07.04.2015

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