Gewinnausschreibung, Tombola (Umsatzsteuer)

Veranstaltet ein Unternehmen eine Gewinnausschreibung oder eine Tombola für Kunden des Unternehmens, sind die Preise umsatzsteuerlich nicht immer berücksichtigungsfähig.
Unterschieden werden muss zwischen Sachwerten, die im Umsatzsteuerrecht Lieferungen sind und Leistungen die eine sonstige Leistungen darstellen.

Lieferungen: Werden Gegenstände im Preisausschreiben ausgelobt, ist für die umsatzsteuerliche Behandlung entscheidend, ob der Gegenstand für dieses Gewinnspiel angeschafft wurde oder aus dem Sortiment des Unternehmens entnommen wurde.

  • Wird ein Gegenstand extra für die Gewinnausschreibung angeschafft, ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Der Preis löst keine weiteren umsatzsteuerlichen Vorgänge aus.
  • Wurde hingegen ein Gegenstand aus dem Unternehmen entnommen, welcher bei Anschaffung nicht dafür bestimmt war als Preis für das Gewinnspiel verwendet zu werden, war der Vorsteuerabzug in aller Regel möglich. Dann liegt eine unentgeltliche Wertabgabe vor.

Sonstige Leistungen: Wird hingegen eine Dienstleistung als Gewinn ausgelobt, liegt keine unentgeltliche Wertabgabe vor. Der Vorsteuerabzug ist hingegen möglich.

Beispiel: Der Unternehmer veranstaltet eine Tombola. Der erste Preis ist ein Fernseher, den er aus seinem Sortiment entnimmt. Der zweite Preis ist ein Laptop. Dieser wird extra für die Tombola angeschafft. Der dritte Preis sind Theaterkarten für zwei Personen. Die Karten werden extra für die Tombola gekauft.

1. Preis: Der Fernseher wird aus dem Sortiment des Unternehmens entnommen. Die Anschaffungskosten betrugen 1.000 Euro + 190 Euro Umsatzsteuer. Bei der Anschaffung des Fernsehers wurde der Vorsteuerabzug zu Recht vorgenommen, da zur Zeit der Anschaffung geplant war, diesen zu verkaufen.
Im Rahmen der Tombola wird der Fernseher für unternehmensfremde Zwecke aus dem Unternehmen genommen. Es liegt eine unentgeltliche Wertabgabe vor. Am Tag der Übergabe muss der Wiederbeschaffungswert ermittelt werden und im Rahmen der unentgeltlichen Wertabgabe versteuert werden. Die ursprünglichen Anschaffungskosten sind für die Berechnung nicht relevant. Liegt der Wiederbeschaffungswert am Tag der Übergabe bei 900 Euro, müssen 171 Euro Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden. Die unentgeltliche Wertabgabe erhöht den Gewinn des Unternehmens um 900 Euro.  

2. Preis: Der Laptop wird extra für die Tombola angeschafft und es darf keine Vorsteuer abgezogen werden. Deshalb liegt auch keine unentgeltliche Wertabgabe vor.

3. Preis: Die Theaterkarten sind keine Lieferung, sondern eine sonstige Leistung. Eine unentgeltliche Wertabgabe, wie bei einer Lieferung kann deshalb nicht vorliegen. Auch eine Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens kann nicht vorliegen, weil es sich nicht um einen Gegenstand handelt. Die Karten wurden auch nicht für unternehmensfremde Zwecke angeschafft. Deshalb steht dem Unternehmen der Vorsteuerabzug zu. Eine umsatzsteuerliche Auswirkung hat die Weitergabe nicht.

Es ist somit entscheidend, ob die Preise Gegenstände und damit Lieferungen sind oder es sich um sonstige Leistungen handelt.
Hat der Unternehmer keine Vorsteuerabzugsberechtigung, darf die Vorsteuer grundsätzlich auch nicht im Rahmen einer Tombola abgezogen werden. Eine unentgeltliche Wertabgabe liegt dann auch nicht vor.

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