innergemeinschaftlicher Erwerb

Der innergemeinschaftliche Erwerb bezeichnet einen Vorgang, bei dem ein Wirtschaftsgut von einem Mitgliedsstaat der EU in den anderen verkauft wird. Sowohl der Empfänger des Wirtschaftsgutes als auch der Leistende müssen Unternehmer sein.
Dieser Vorgang ist in der EU einheitlich geregelt. Die Lieferung des leistenden Unternehmers wird in seinem Land steuerbefreit. In dem Land, in den der Gegenstand geliefert wird, wird dieser der dortigen Umsatzsteuer unterworfen.

Beispiel:  Der italienische Unternehmer liefert einen Tisch an den deutschen Unternehmer. Die Lieferung des Tisches ist in Italien steuerbar aber steuerfrei. Das Verbringen eines Gegenstandes innerhalb der EU gegen Entgelt ist steuerbar und steuerpflichtig in dem Land, in den der Gegenstand verbracht wird – also Deutschland. Steuerpflichtig wird der deutsche Unternehmer. Er hat die Umsatzsteuer an sein zuständiges Finanzamt abzuführen. Gleichzeitig hat er die Möglichkeit, die Vorsteuer geltend zu machen. Es ergibt sich keine Steuerzahllast aus dem Vorgang.

Lieferung neuer Fahrzeuge

Die Lieferung neuer Fahrzeuge wird innerhalb der EU gesondert behandelt. Wird ein neues Fahrzeug von einem Mitgliedsstaat der EU in ein anderes gegen Entgelt veräußert, liegt immer ein innergemeinschaftlicher Erwerb vor. Es besteht nicht die Voraussetzung, dass die Lieferung des neuen Fahrzeugs von oder an einen Unternehmer erfolgen muss. Die Lieferung neuer Fahrzeuge zwischen Privatpersonen ist denen zwischen Unternehmern gleich gestellt. 

Neue Fahrzeuge sind:

1.    Motorbetriebene Landfahrzeuge, die nicht mehr als 6.000 km Laufleistung und mehr als 48 ccm oder 7,4 kW aufweisen. Ist das Fahrzeug nicht älter als 6 Monate (Erstinbetriebnahme) liegt auch bei einer Laufleistung von mehr als 6.000 km ein Neufahrzeug vor.
2.    Wasserfahrzeuge mit einer Länge von mehr als 7,5 Metern und einer Laufleistung von weniger als 100 Betriebsstunden. Ist die Erstinbetriebnahme nicht länger als 3 Monate her, ist das Wasserfahrzeug als neu anzusehen.
3.    Luftfahrzeuge mit einem Starthöchstgewicht von mehr als 1550 kg und nicht mehr als 40 Flugstunden. Ist die Erstinbetriebnahme nicht länger als 3 Monate her, ist das Luftfahrzeug als neu anzusehen.

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