Inventur

Jährlich zum Bilanzstichtag ist eine Inventur vorzunehmen. Dabei werden alle Vermögensgegenstände des Unternehmens gezählt und bewertet. Diese Werte werden in einem Verzeichnis zusammengefasst, das dann das Inventar ist.
Die Werte der einzelnen Vermögensgegenstände können durch zählen, wiegen, messen oder schätzen ermittelt werden. Die Werte und Mengen von Grundstücken und anderen Vermögensgegenständen, die nicht durch wiegen, messen oder schätzen ermittelt werden können, können auch durch eine Buchinventur aufgenommen werden. Bei den Schulden und Verbindlichkeiten wird immer eine Buchinventur durchgeführt.
Werte und Mengen von beweglichen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, die in einem Anlagenverzeichnis erfasst sind, können aus diesem Verzeichnis übernommen werden. Die Übernahme der Werte bei geringwertigen Wirtschaftsgütern ist nicht zulässig.
Wird durch die Inventur eine Abweichung zu den Sollbeständen festgestellt, werden diese Abweichungen Gewinn mindernd oder Gewinn erhöhend korrigiert.

Arten der Inventur

Die Aufnahme der Vermögensgegenstände und der Schulden muss regelmäßig / jährlich vorgenommen werden. Dabei hat der Unternehmer die Wahl, ob eine Stichtagsinventur, eine permanente Inventur oder in besonderen Fällen eine Stichprobeninventur vorgenommen wird.

Stichtagsinventur

Bei der Stichtagsinventur wird am Bilanzstichtag oder innerhalb von 10 Tagen vor oder nach dem Bilanzstichtag eine mengenmäßige Aufnahme aller Wirtschaftsgüter vorgenommen.

Vorverlegte oder nachverlegte Inventur

Die Inventur wird innerhalb von 3 Monaten vor oder 2 Monate nach dem Bilanzstichtag durchgeführt. Durch Vor- oder Rückrechnung wird der Wert auf den Bilanzstichtag errechnet.

Permanente Inventur

Die Inventur wird laufend, über das gesamte Jahr durchgeführt. Durch Vor- oder Rückrechnung wird der Wert zum Bilanzstichtag ermittelt. Die permanente Inventur ist nur für Vermögensgegenstände zulässig, die keinem besonderen Schwund unterliegen. Zusätzlich muss eine besondere Lagerbuchführung vorhanden sein, damit sichergestellt werden kann, dass eine ordentliche Vor- oder Rückrechnung erfolgen kann.

Stichproben Inventur

Nur einzelne Werte der Wirtschaftsgüter werden stichprobenartig aufgenommen. Danach erfolgt eine Berechnung, die die Menge der restlichen Wirtschaftsgüter ermittelt. Die Berechnung muss durch ein anerkanntes mathematisch-statistisches Verfahren erfolgen. Die Stichprobeninventur ist nur bei sehr wenigen Unternehmen anwendbar, da durch diese Methode kein fehlerhaftes Ergebnis entstehen darf. Die Stichprobeninventur setzt voraus, dass mehr als 1.000 Lagerpositionen vorhanden sind. Es muss zusätzlich eine geeignete Lagerbuchhaltungssoftware verwendet werden.
Die Abweichung darf nicht mehr als 1 Prozent von dem tatsächlichen Wert betragen.

Einzelbewertung

Es gilt grundsätzlich, dass alle Vermögensgegenstände einzeln zu bewerten sind. Es sind wenige Ausnahmen vorgesehen, bei denen von der Einzelbewertung abgesehen werden kann. Über Bewertungsverfahren wie der Gruppenbewertung oder dem Festwert können Bewertungen vorgenommen werden, die eine erhebliche Erleichterung für das Unternehmen darstellt.

 

Stand: 04.05.2015

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