Kinderbetreuungskosten

Seit dem 01.01.2012 sind Kinderbetreuungskosten ausschließlich als Sonderausgaben abziehbar. Davor wurde unterschieden in erwerbsbedingten und nicht erwerbsbedingten Kinderbetreuungskosten. In der alten Rechtslage bis zum 31.12.2011 waren diese Kosten bei Einkünften aus Gewerbebetrieb, Einkünften aus selbständiger Arbeit und bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft als Betriebsausgaben und bei Einkünften aus nicht selbständiger Tätigkeit als Werbungskosten abziehbar, wenn diese erwerbsbedingt angefallen sind. Waren die Kinderbetreuungskosten nicht erwerbsbedingt, waren diese als Sonderausgaben absetzbar. Durch die Änderung seit dem 01.01.2012 wirken sich Kinderbetreuungskosten bei den Einkünften aus Gewerbebetrieb, Einkünften aus selbständiger Arbeit und bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft nur noch aus, wenn ein positives Unternehmensergebnis erzielt wird.
Die Kinderbetreuungskosten sind bis zu einer Höhe von 4.000 Euro pro Jahr abzugsfähig. Von den tatsächlich aufgewendeten Kosten sind 2/3 anzusetzen, vorausgesetzt dass diese auch tatsächlich in diesem Jahr bezahlt wurden. Die Bezahlung der Kinderbetreuungskosten muss zwingend unbar erfolgen.

Begünstigte Personen

Eltern, die ein Kind haben, dass das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, haben Anspruch auf Anrechnung der Kinderbetreuungskosten, wenn das Kind zum Haushalt der Eltern gehört.
Begünstigt sind nur leibliche Kinder oder Adoptivkinder. Nicht begünstigt sind Stiefkinder und Enkelkinder.
Ist das Kind behindert und trat die Behinderung vor der Vollendung des 25. Lebensjahres ein, können die Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben abgezogen werden, wenn das Kind außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Die Behinderung kann sowohl eine körperliche als auch eine geistige Behinderung sein.
Auch in diesem Fall muss das Kind im Haushalt der Eltern leben. Lebt das Kind nur vorübergehend nicht im Haushalt der Eltern, können die Kinderbetreuungskosten trotzdem abgezogen werden. Leben die Eltern getrennt, ist entscheidend, wer die Kosten für die Kinderbetreuung tatsächlich getragen hat. Wurden die Kosten von beiden Elternteilen getragen, ist der Betrag aufteilbar. Die Aufteilung erfolgt im Verhältnis 50 % zu 50 %. Soll eine andere Aufteilung vorgenommen werden, muss dieses dem Finanzamt mitgeteilt werden.

Begünstigte Kosten

Nur die Kosten für die Betreuung und Unterbringung von Kindern sind begünstigt. Aufwendungen für Speisen und Getränke sind nicht abzugsfähig.
Die Kosten für die Fahrten zur Kindertagesstätte und zum Pflegepersonal sind ebenfalls nicht begünstigt. Hingegen die Fahrtkosten, die das Pflegepersonal in Rechnung stellt und die von den Eltern erstattet werden, sind abziehbar. Wird im Haushalt zu Kinderbetreuung ein Au-pair-Mädchen beschäftigt, sind 50 % der Kosten abziehbar. Der Maximalbetrag von insgesamt 4.000 Euro darf jedoch nicht überschritten werden.

 

Stand: 04.05.2015

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