Körperschaftsteuer

Die Körperschaftsteuer ist die "Einkommensteuer" der juristischen Personen (Kapitalgesellschaften).

GmbHs, UGs, AGs und Genossenschaften unterliegen der Körperschaftsteuer. Ausländische Kapitalgesellschaften, die sich in Deutschland niederlassen, unterliegen auch der deutschen Körperschaftsteuer. Vereine sind auch körperschaftsteuerpflichtig, wenn sie nicht von der Steuerpflicht befreit sind, weil sie Gemeinnützigkeitsstatus haben.
Der Körperschaftsteuersatz liegt bei 15 %. Auf diese Steuer muss zusätzlich der Solidaritätszuschlag von 5,5 % gezahlt werden. Damit ergibt sich eine tatsächliche Steuerbelastung von 15,825 %, die auf das zu versteuernde Einkommen der Kapitalgesellschaft angewendet wird.

Die Besteuerung durch die Körperschaftsteuer ist die erste Besteuerungsstufe. Werden Gelder (z.B. Dividenden) an Gesellschafter ausgeschüttet, werden diese nochmals mit der Abgeltungssteuer oder der Einkommensteuer besteuert.

FAQ

Wie werden Vorauszahlungen zur Gewerbesteuer / Körperschaftsteuer gebucht?

Auf die Gewerbe- und Körperschaftsteuer sind vierteljährliche Vorauszahlungen zu leisten, die bei der Berechnung der festzusetzenden Gewerbe- und Körperschaftsteuer nach Ablauf des Veranlagungszeitraums von der für das Kalenderjahr zu zahlenden Gewerbe- oder Körperschaftsteuer abgezogen werden.

Da es sich handelsrechtlich um betriebliche Steuern handelt, sind die Vorauszahlungen Betriebsausgaben / Aufwand.

Es empfiehlt sich, diesen Aufwand auf ein von der festzusetzenden Gewerbe- oder Körperschaftsteuer getrenntes Konto zu buchen, da die Summe der Vorauszahlungen, die in dem Wirtschaftsjahr geleistet wurden, bei der Berechnung der Gewerbe- oder Körperschaftsteuer benötigt wird.

Bei der Körperschaftsteuer handelt es sich um eine Steuer vom Einkommen. Sie darf den steuerlichen Gewinn nicht mindern. Die Aufwandsbuchung muss außerbilanziell dem Gewinn wieder hinzugerechnet werden.

Die Gewerbesteuer stellt steuerlich seit 2008 keine Betriebsausgabe mehr dar und darf den Gewinn damit nicht mindern.

Buchungssätze:

Gewerbesteuervorauszahlung an  Bank
Körperschaftsteuervorauszahlung  an Bank

 

 

Wie erfolgt die Berücksichtigung der Körperschaftsteuerrückstellung?

Bei der Körperschaftsteuer handelt es sich um eine Steuer vom Einkommen. Sie darf den Gewinn nicht mindern. Damit werden die Kapitalgesellschaften mit den Einzelunternehmern und Personengesellschaften gleichgestellt. Normalerweise erfolgt die Buchung der Privatsteuern auf Privatkonten, die es aber bei den Kapitalgesellschaften nicht gibt. Deshalb wird die Körperschaftsteuer als Aufwand erfasst und außerbilanziell dem Gewinn wieder hinzugerechnet. Aus dieser Aufwandsbuchung ergibt sich die Berücksichtigung einer Rückstellung. Es ist eine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden. Im Fall einer Überzahlung ergibt sich eine Forderung.
Die Erfassung erfolgt auf den folgenden Konten (Kontenrahmen SKR03/SKR04):

 Buchung der Rückstellung zum Bilanzstichtag (Zuführung):

2200/7600 KSt an   0963/3040 Rückstellungen KSt

 

Buchung eines Erstattungsüberhangs zum Bilanzstichtag (Forderung):

 

1549/1450 KSt-Rückforderung an 

 2200/7600 KSt

 

Steuernachzahlungen und Steuererstattungen:

Körperschaftsteuer für Vorjahre Kto. 2203/7603  
Solidaritätszuschalg für Vorjahre  Kto. 2209/7609  
Körperschaftsteuererstattung für Vorjahre  Kto. 2204/7604  
Solidaritätszuschlagerstattung für Vorjahre   Kto. 2210/7607  

 

 

Wie werden (von der Betriebsprüfung festgstellte) verdeckte Einlagen im Jahresabschluss berücksichtigt?

Der Begriff verdeckte Einlage ist nicht gesetzlich definiert. Die Rechtsprechung sieht hierin eine Vermögensmehrung, die ein Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft über seine gesellschaftsrechtliche Einlage hinaus zuwendet und für die keine oder eine zu geringe Gegenleistung (Entgelt) gewährt wird.

Die Zuwendung muss durch das Gesellschaftsverhältnis verursacht sein.

Hinweis: Die Vermögensmehrung entspricht immer einem Bilanzposten, betrifft demnach die Erhöhung eines Aktivpostens oder Minderung eines Passivpostens (im Gegensatz zur verdeckten Gewinnausschüttung). Nutzungen oder Leistungen können nicht Gegenstand einer verdeckten Einlage sein.

Rechtsfolgen bei der Gesellschaft

Die verdeckte Einlage ist in der Bilanz als Ertrag zu buchen. Bei der Einkommensermittlung für die Körperschaftsteuer wird der Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag außerhalb der Bilanz um die verdeckte Einlage gekürzt. Damit wird der Vorgang steuerlich (wie bei einem Einzelunternehmer) ergebnisneutral behandelt (KSt1A, Zeile 28-34).

Zusätzlich ist das steuerliche Einlagekonto um die verdeckte Einlage zu erhöhen (KSt1F, Zeile 15-16).

Rechtsfolgen beim einlegenden Gesellschafter

Für den Gesellschafter, der die Vermögensmehrung der Kapitalgesellschaft zugewendet hat, erhöhen sich die Anschaffungskosten der Beteiligung, die bei einer späteren Veräußerung zu berücksichtigen sind.

 

Wie werden (von der Betriebsprüfung festgstellte) verdeckte Gewinnausschüttungen im Jahresabschluss berücksichtigt?


Verdeckte Gewinnausschüttungen sind nicht gesetzlich definiert. Nach den Grundsätzen ständiger Rechtsprechung liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, wenn sich eine Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung auf das Ergebnis der Kapitalgesellschaft ausgewirkt hat, die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist, ohne mit einer offenen Gewinnausschüttung im Zusammenhang zu stehen. Daneben muss diese Ausschüttung dem Gesellschafter zufließen (wird die Beteiligung im Privatvermögen gehalten, stellen auch die verdeckten Gewinnausschüttungen Einkünfte i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG dar.).

Rechtsfolgen bei der Gesellschaft

Die verdeckte Gewinnausschüttung stellt bei der ausschüttenden Gesellschaft zunächst Aufwand dar. Dieser Aufwand wird aber bei der Ermittlung des steuerlichen Einkommens außerhalb der Bilanz dem Jahresüberschuss wieder hinzugerechnet. Damit wird dieser Vorgang (vergleichbar mit der Entnahme beim Einzelunternehmer) steuerlich ergebnisneutral behandelt (Körperschaftsteuererklärung: KSt1A, Zeile 27).

Rechtsfolgen beim Gesellschafter

Daneben ist die verdeckte Gewinnausschüttung beim Gesellschafter als Beteiligungsertrag für die Einkommensteuer zu erfassen.

Beispiele für verdeckte Gewinnausschüttungen

  •         Unangemessen hohe Geschäftsführergehälter an den/die Gesellschafter
  •         Unangemessen hohe Tantiemen
  •         Unangemessen hohe Mietzahlungen an einen Gesellschafter
  •         Dem Gesellschafter unentgeltlich oder zu einem zu niedrigen Preis überlassene Wirtschaftsgüter

 

 
Stand: 17.04.2015

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