Kurzfristige Beschäftigung

Wird ein Arbeitsverhältnis geschlossen, in dem von vornherein nicht mehr als 70 Arbeitstage oder 3 Monate im Kalenderjahr vereinbart wurden und die Arbeit nicht berufsmäßig ausgeführt wird, liegt ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis vor.  Vor dem 1.1.2015 lag ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis vor, wenn die das Arbeitsverhältnis nicht länger als 50 Tage oder 2 Monate bestand. Diese Regelung ist für die Jahre 2015 bis 2018 außer Kraft gesetzt worden und es gelten die verlängerten Fristen. Ab 2019 gelten wieder die verkürzten Fristen von 50 Tagen oder 2 Monaten.
Die Höhe des Gehaltes oder des Lohns ist nicht entscheidend. Werden die Werte (Beschäftigungszeitraum) überschritten, entsteht ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, das rückwirkend der Sozialversicherung unterliegt. Wird unerwartet einer der Werte überschritten, entsteht erst mit dem Tag des Überschreitens oder an dem Tag an dem erkennbar wird, dass eine Überschreitung stattfinden wird, ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.

Übergangsregelungen für jahresübergreifende kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse 2014/ 2015 und 2018/ 2019

Wurde ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis geschlossen, welches im Jahr 2014 beginnt und im Jahr 2015 endet, gilt der Zeitraum von 70 Tagen und 3 Monaten, wenn im Jahr 2014 nicht bereits mehr als 50 Tage oder 2 Monate erreicht wurden.
Für das Jahr 2018 und 2019 gilt: Ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis liegt vor, wenn das Beschäftigungsverhältnis von vornherein nicht für mehr als 70 Tage oder 3 Monate geschlossen wurde. Im Jahr 2019 darf jedoch das Beschäftigungsverhältnis nicht mehr als 50 Tage oder 2 Monate bestehen.

Berufsmäßige Arbeitsverhältnisse

Wird ein Arbeitsentgelt von nicht mehr als 450 Euro je Monat erzielt, ist nicht von einer berufsmäßigen Tätigkeit auszugehen.
Hingegen liegt ein berufsmäßiges Arbeitsverhältnis vor, wenn die Ausübung der Tätigkeit nicht eine untergeordnete wirtschaftliche Bedeutung für den Arbeitnehmer hat.
Wird ein Arbeitsloser kurzfristig beschäftigt, ist deshalb immer von einer Berufsmäßigkeit auszugehen, unabhängig von der Zeit der Beschäftigung. Auch darf der Beschäftigte sich nicht im unbezahlten Urlaub befinden oder Elterngeld bezogen werden.
Eine untergeordnete wirtschaftliche Bedeutung ist deshalb immer nur dann anzunehmen, wenn neben dem kurzfristigen Arbeitsverhältnis ein weiteres sozialversicherungspflichtiges Verhältnis besteht oder andere Einkünfte vorhanden sind, die eine übergeordnete wirtschaftliche Bedeutung haben.

Sozialversicherung und Lohnsteuer

Abgaben zur Sozialversicherung fallen bei einer kurzfristigen Beschäftigung nicht an. Die Lohnsteuer muss hingegen vom Arbeitgeber abgeführt werden. Die Höhe ist abhängig von den persönlichen Lohnsteuermerkmalen des Arbeitnehmers.
Bei den Lohnsteuerklassen I, II, III und IV ist keine Lohnsteuer abzuführen, wenn das Arbeitsentgelt pro Monat nicht höher als 450 Euro ist. Für die Lohnsteuerklassen V und VI muss auch bei einem Monatsentgelt von unter 450 Euro Lohnsteuer abgeführt werden.
Eine pauschale Lohnsteuer von 25 % darf angesetzt werden wenn:

  • eine zusammenhängende Beschäftigung von nicht mehr als 18 Tagen und
  • der tägliche Arbeitslohn nicht über 62 Euro liegt und
  • der Stundenlohn maximal 12 Euro beträgt

Werden die Werte überschritten oder es wird auf die pauschale Lohnsteuer verzichtet, wird über die Lohnsteuerklasse des Arbeitnehmers die Lohnsteuer berechnet und an das Finanzamt gemeldet.

 

Stand: 05.05.2015

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