Mietkauf

Werden Gebäude oder andere hochpreisige Wirtschaftsgüter angeschafft, bietet sich als Finanzierung der Mietkauf an. Der Käufer mietet den Gegenstand für eine bestimmte Zeit und kauft im Anschluss den Gegenstand. Die gezahlte Miete wird zumindest anteilig auf den vereinbarten Kaufpreis angerechnet.

Es kann zwischen dem echten und unechten Mietkauf unterschieden werden.

Echter Mietkauf

Bei einem echten Mietkauf stellen die Mietzahlungen laufende Betriebsausgaben für den Käufer dar. Ein echter Mietkauf liegt nur vor, wenn das Mietverhältnis folgende Merkmale aufweist:

  1. Es muss ein ernsthaftes Mietverhältnis bestehen.
  2. Die Höhe der Miete muss angemessen sein.
  3. Ein Kaufrecht des Mieters muss bestehen.
  4. Eine Vereinbarung, dass die Miete auf den Kaufpreis angerechnet wird.


Eine Teilanrechnung der gezahlten Miete begründet auch einen echten Mietkauf.

Ermittlung der Anschaffungs- und Veräußerungskosten

Zur Ermittlung der Anschaffungskosten werden dem Kaufpreis die Mietzahlungen hinzugerechnet, soweit diese dem Mietkaufpreis mindern. Die Abschreibung ist von dem so ermittelten Wert ab Nutzung abzuziehen.

Beispiel: Zwischen dem Vermieter (Völler) und dem Mieter (Maier) wird eine Maschine für monatlich 1.000 Euro vermietet. Vereinbarungsgemäß kann Maier die Maschine jederzeit kaufen und das Mietverhältnis beenden. Die Mietzahlungen werden auf den Kaufpreis von 120.000 Euro voll angerechnet. Die Maschine hat eine Nutzungsdauer von 8 Jahren. Maier kauft die Maschine nach 12 Monaten von Völler. Völler hat die Maschine für 100.000 Euro gekauft.
Es liegt ein echter Mietkauf vor. Die Miete ist innerhalb der 12 Monate als Betriebsausgabe (12.000 Euro) abzugsfähig.

Ermittlung der Anschaffungskosten für Maier:

Kaufpreis Maschine                       108.000 Euro
+ Mietzahlung 12.000 Euro
- Abschreibung für 12 Monate   15.000 Euro
= Anschaffungskosten 105.000 Euro

 

Bei dem Vermieter Völler stellen die Mieteinnahmen Betriebseinnahmen dar. Die Abschreibung bis zur Veräußerung wird Gewinn mindern erfasst (100.000 Euro / 10 Jahre = 10.000 Euro). Bei dere Veräußerung wird der Veräußerungsgewinn aus dem Veräußerungspreis abzüglich Mieteinnahmen und dem Restbuchwert dem Gewinn hinzugerechnet.

Verkaufspreis     120.000 Euro
- laufende Mieteinnahmen  12.000 Euro
- Restbuchwert (100.000 Euro - 10.000 Euro)  90.000 Euro
= Veräußerungsgewinn  18.000 Euro

 

Unechter Mietkauf

Ein unechter Mietkauf ist gegeben, wenn folgende Merkmale vorliegen:

  1. Das Mietverhältnis ist nicht innerhalb der Nutzungsdauer kündbar.
  2. Die Miete ist unangemessen hoch.
  3. Das Mietverhältnis wurde nicht ernsthaft begründet.

Es müssen nicht alle Merkmale erfüllt sein, damit ein unechter Mietkauf vorliegt.
Bei einem unechten Mietkauf liegt ein Ratenkauf vor. Die Mietzahlungen sind keine Betriebsausgaben für den Käufer. Die Maschine ist von Anfang an bei dem Käufer zu aktivieren und abzuschreiben. 

Stand: 19.05.2015

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