Minijob

Minijobs im gewerblichen Bereich

Wird ein regelmäßiges Bruttogehalt von nicht mehr als 450 Euro pro Monat erzielt, liegt eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) vor. Die Anzahl der geleisteten Stunden ist unerheblich. Die Folgen sind die Pauschalierung von Sozialabgaben und der Lohnsteuer. Diese Abgaben trägt hauptsächlich der Arbeitgeber. Dadurch ist das Nettogehalt "fast" genauso hoch wie das Bruttogehalt.
Seit dem 01.01.2013 zahlt der Arbeitnehmer einen Anteil der Rentenversicherung und erwirbt dadurch auch Rentenpunkte (für 2016 3,7 % und 13,7 % im privaten Haushalt). Der Arbeitnehmer kann sich von der Rentenversicherungszahlung auch befreien lassen. Dann ist das vereinbarte Bruttogehalt identisch mit dem Nettogehalt.

Werden mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse ausgeführt, werden die Gehälter zusammengerechnet. Das Gesamtgehalt aus allen geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen darf nicht höher als 450 Euro je Monat sein. Wird dieser Wert überschritten, liegt keine geringfügige Beschäftigung vor. Alle Beschäftigungsverhältnisse sind dann lohnsteuer- und sozialabgabepflichtig.
Neben einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis können ein oder mehrere geringfügige Arbeitsverhältnisse ausgeführt werden, solange die Grenze von 450 Euro eingehalten wird.

Höhe der Sozialabgaben

Für die Abgabe der SV-Meldung und Zahlung der Beiträge ist der Arbeitgeber zuständig. Verwaltet und gezahlt werden diese Beiträge an die Bundesknappschaft-Bahn-See (Minijobzentrale).
Wird ein Arbeitnehmer durch ein Unternehmen beschäftigt, ergeben sich Beitragssätze in Höhe von:

gesetzliche Krankenversicherung: 13 %
gesetzliche Rentenversicherung: 15 %
Umlage (U1): 1,0 %
Umlage (U2): 0,3 %
Umlage (U3): 0,12 %

 

Der Arbeitnehmer kann die Lohnsteuer in Höhe von 2 Prozent für den Arbeitnehmer tragen. Damit muss das Arbeitsverhältnis nicht über den persönlichen Steuersatz des Arbeitnehmers versteuert werden. Der Arbeitnehmer gibt dieses Arbeitsverhältnis in diesem Fall nicht in seiner Einkommensteuererklärung an.     
Wird die Lohnsteuer nicht durch den Arbeitgeber getragen, muss dieses Gehalt bei der Einkommensteuererklärung angegeben und gegebenenfalls versteuert werden. Hat der Arbeitnehmer weitere Einkünfte und zahlt Einkommensteuern, ist es günstiger, wenn der Arbeitgeber die pauschale Lohnsteuer von 2 Prozent übernimmt.
Bei dem maximalen monatlichen Einkommen aus dem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis in Höhe von 450 Euro entstehen dem Arbeitnehmer bei 2 Prozent 9 Euro (jährlich 108 Euro) an pauschaler Lohnsteuer pro Monat. Der Arbeitnehmer muss mit einem Eingangssteuersatz von 14 % mindestens 63 Euro monatlich (jährlich 756 Euro) über seine Einkommensteuer zahlen.

Minijobs in privaten Haushalten

Wird ein Arbeitnehmer geringfügig in einem Privathaushalt beschäftigt, sind geringere Beträge zu leisten.

gesetzliche Krankenversicherung: 5 %
gesetzliche Rentenversicherung: 5 %
Umlage (U1): 1,0 %
Umlage (U2): 0,3 %
Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung: 1,6 %
   

Auch hierbei kann die pauschale Lohnsteuer von 2 Prozent durch den Arbeitgeber getragen werden.

Rentenversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers

Der Arbeitnehmer kann sich von der Zahlung der Rentenversicherungsbeiträge befreien lassen. Eine Befreiung ist für den Arbeitgeberanteil nicht möglich.
Der Arbeitnehmerbeitrag zur Rentenversicherung liegt bei 3,7 % bei einem gewerblichen geringfügigen Beschäftigungsverhältnis und 13,7 % bei einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis in einem privaten Haushalt. Bei 450 Euro sind 17,55 Euro vom Nettoeinkommen an die Bundesknappschaft abzuführen.
Bei geringeren Gehältern ist seit dem 01.01.2013 eine Mindestbemessungsgrundlage von 175 Euro zu beachten. Wird ein Gehalt von weniger als 175 Euro erzielt, müssen mindestens von diesem Betrag (175 Euro x 3,9 % = 6,83 €) Rentenversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers abgeführt werden, wenn keine Befreiung beantragt wurde.

 

Stand: 26.02.2016

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