Pkw-Nutzung durch Unternehmer

Nutzt ein Unternehmer einen betrieblichen Pkw auch für private Zwecke, muss diese Nutzung steuerlich berücksichtigt werden, da der Unternehmer einen geldwerten Vorteil hat. Führt der Unternehmer ein Fahrtenbuch, kann eine Aufteilung zwischen den betrieblich veranlassten Kosten und den privaten Kosten vorgenommen werden. Wird kein Fahrtenbuch geführt, kommt die 1 %-Methode zur Anwendung.

Fahrtenbuchmethode

Die anteiligen Kosten werden als Entnahme verbucht. Die Umsatzsteuer muss korrigiert und an das Finanzamt abgeführt werden. Auch die Umsatzsteuer ist eine Privatentnahme.

Beispiel: Der betriebliche Pkw mit dem Bruttoanschaffungspreis von 49.980 Euro wird laut Fahrtenbuch zu 30 % privat genutzt. Die Gesamtkosten beliefen sich in 2015 auf 12.000 Euro.

Abschreibung: 7.000 Euro
Kosten mit USt: 2.521 Euro + 479 Euro
Kosten ohne Umsatzsteuer:       2.000 Euro

 

Für die Anschaffung des Pkw wurde der Vorsteuerabzug i.H.v. 7.980 Euro vorgenommen. Dieser Wert ist über 5 Jahre zu korrigieren. Jedes Jahr, in dem der Pkw auch privat genutzt wird, sind 478,80 Euro (19 % aus 49.980 Euro /5 Jahre x 30 % = 478,80 Euro) dem Entnahmewert hinzuzurechnen. Dieser Wert und die Umsatzsteuer aus den Kosten sind an das Finanzamt abzuführen (19 % aus 3.000 Euro x 30 % = 143,70).
Ermittlung der privaten Nutzung:

Abschreibung: 30 % aus 7.000 Euro= 2.100,00 Euro
Kosten mit Ust: 30 % aus 2.521 Euro=    756,30 Euro
VSt aus Kosten: 30 % aus 479 Euro=    143,70 Euro
Kosten ohne USt: 30 % aus 2.000 Euro=    600,00 Euro
VSt-Korrektur aus der Anschaffung: 7.980 Euro : 5 Jahre x 30 %  =    478,80 Euro
Entnahmewert:   4.078,80 Euro

 

Die Vorsteuer aus den Anschaffungskosten ist immer über einen Zeitraum von 5 Jahren zu berichtigen. Das geschied auch dann, wenn die Dauer der Abschreibung länger ist.

1 %-Methode

Wird kein Fahrtenbuch geführt, wird 1 % vom Bruttolistenpreis als Entnahme verbucht. Die 1 %-Methode darf nur angewendet werden, wenn die betriebliche Nutzung über 50 % liegt.
Beispiel: Der Pkw mit dem Bruttolistenpreis von 49.980 Euro wird zuvor auf volle 100 Euro abgerundet 49.900 Euro. Von diesem Wert ist monatlich 1 % (499 Euro) als Entnahme zu versteuern. Diese 499 Euro unterliegen der Umsatzsteuer. Die darauf entfallende Umsatzsteuer ist genauso wie bei der Fahrtenbuchmethode als Entnahme zu verbuchen und an das Finanzamt abzuführen. Von dem ermittelten Umsatzsteuerwert dürfen 20 % als umsatzsteuerfreie Kosten unterstellt werden und unterliegen nicht der Umsatzsteuer.

Bruttolistenpreis                49.980 Euro
Abgerundet auf volle 100 Euro 49.900 Euro
x 1 % 499 Euro
+ 19 % USt - 20 % 75,85 Euro
monatlicher Entnahmewert 574,85 Euro
x 12 Monate 6.898,20 Euro
   

 

Fahrten Wohnung Arbeitsstätte

Wird das Fahrzeug auch für Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte genutzt, sind diese Kosten auch als Betriebsausgaben absetzbar. Da ein Arbeitnehmer nur die Kosten der einfachen Fahrt zwischen seiner Wohnung und seiner Arbeitsstätte über den pauschalen Wert von 0,30 Euro je Kilometer als Werbungskosten geltend machen kann, soll der Unternehmer nicht besser gestellt werden. Der geldwerte Vorteil ist nur in der gleichen Höhe als Betriebsausgaben abziehbar.
Wird ein Fahrtenbuch geführt, sind die Kosten anteilig der Fahrten zwischen der Wohnung und der Betriebsstätte zu ermitteln. Wird der Wert von 0,30 Euro je Kilometer überschritten, wird der übersteigende Wert als nicht abziehbare Betriebsausgabe erfasst.

Beispiel: Der Unternehmer wohnt 10 km von seiner Betriebsstätte entfernt. Arbeitstage in 2015 = 20 Tage je Monat. Laut Fahrtenbuch wurde ermittelt, dass 3.000 Euro der Kosten auf Fahrten zwischen der Wohnung und der Betriebsstätte entfallen.
Da ein Arbeitnehmer nur 0,30 Euro je einfachen Km als Werbungskosten absetzten kann, sind die Betriebsausgaben zu kürzen.
0,30 Euro x 10 km x 20 Arbeitstage x 12 Monate = 720 Euro

Von den entstandenen 3.000 Euro dürfen nur 720 Euro als Betriebsausgaben Gewinn mindernd angesetzt werden. Die restlichen 2.280 Euro (3.000 Euro – 720 Euro) sind als nicht abziehbare Betriebsausgaben dem Gewinn hinzuzurechnen.

Wurde die 1 %-Methode zu Berechnung des geldwerten Vorteils herangezogen, sind 0,03 % vom Bruttolistenpreis je einfachen Entfernungskilometer als geldwerter Vorteil heranzuziehen. Dieser so ermittelte Wert ist monatlich als geldwerter Vorteil anzusetzen. Auch hierbei ist der übersteigende Betrag als nicht abziehbare Betriebsausgabe Gewinnneutal zu erfassen.

Beispiel: Der Bruttolistenpreis (BLP) des Pkw liegt bei 55.000 Euro. Die einfache Entfernung zwischen Wohnung und Betriebsstätte beträgt 10 km.

0,03 % x BLP 55.500 € = 16,65 Euro x 10 km x 12 Monate    1.998 Euro
- 20 Arbeitstage x 10 km x 0,30 Euro x 12 Monate = - 720 Euro
nicht abziehbare Betriebsausgaben 1.278 Euro

 

Wurde kein Fahrtenbuch geführt und die betriebliche Nutzung liegt unter 50 % muss durch Schätzung eine Aufteilung der Kosten vorgenommen werden.

 

Stand: 18.05.2015

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