Sachbezug (44 Euro-Grenze)

Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer zusätzlich zum Arbeitsentgelt einen Sachbezug zukommen lassen. Das können neben Waren und Dienstleistungen auch Warengutscheine oder solche für Dienstleistungen sein.

Freigrenze bis zu 44 Euro

Monatlich kann der Arbeitgeber maximal 44 Euro inklusive Umsatzsteuer an den Arbeitnehmer zuwenden. Wird die Freigrenze überschritten, muss die gesamte Sachzuwendung als laufender Lohn dem Arbeitnehmer angerechnet werden. Dadurch wird diese Sachzuwendung vollständig der Lohnsteuer und der Sozialversicherungspflicht unterworfen. 
Die monatliche Freigrenze von 44 Euro kann nicht auf andere Monate übertragen werden. Dadurch ist es nicht möglich, dass Sachbezüge gesammelt werden und als einmaliger Sachbezug dem Arbeitnehmer zugewendet wird.

Beispiele für Sachbezüge

Der Arbeitgeber hat viele Möglichkeiten dem Arbeitnehmer ein Sachbezug lohnsteuerfrei zukommen zu lassen. Am häufigsten werden Tankgutsscheine als Sachbezug eingesetzt.

Beispiel: Der Arbeitgeber überlässt seinem Mitarbeiter einen Tankgutschein. Auf dem Tankgutschein ist eine Menge von 30 Liter Diesel mit einer oberen Grenze von 44,00 Euro angegeben. Bei einem aktuellen Dieselpreis von 1,46 Euro je Liter ergibt sich ein Wert von 43,80 Euro. Der Rechnungsbetrag der Tankquittung für den Warengutschein liegt unterhalb der Freigrenze von 44,00 Euro. Der Sachbezug ist lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.

Achtung! Bei einem Gutschein muss es sich um einen Sachgutschein handeln, der die konkrete Ware oder Dienstleistung und Menge bezeichnet. Auf dem Gutschein durfte bislang kein Wert stehen. Durch den Bundesfinanzhof wurde zum 06.07.2011 bekannt gegeben, dass nun zumindest bei Benzingutscheinen einen Höchstbetrag angegeben werden kann. Das ist eine erhebliche Vereinfachung, die auch unbedingt angewendet werden sollte. Denn, zuvor war es gerade bei Benzingutscheinen oft problematisch die 44 Euro-Grenze auszuschöpfen, aber nicht zu überschreiten. Durch den ständig schwankenden Benzinpreis war es fast unmöglich die Menge auf dem Gutschein in der Höhe anzugeben, dass diese zur 44 Euro-Grenze passte.

Neben den Tankgutscheinen sind nahezu alle anderen Waren oder Dienstleistungen als Sachbezug einsetzbar. Das können auch Gutscheine für Restaurantbesuche oder Büchergutscheine sein. 
Neben diesen Sachzuwendungen kann der Arbeitgeber auch dem Arbeitnehmer einen Mietvorteil für eine Werkswohnung gewähren. Liegt dieser nicht über 44 Euro im Monat, ist die Freigrenze anwendbar.

Beispiel: Der Arbeitnehmer bewohnt eine Werkswohnung mit 70 qm. Die ortsübliche Miete beträgt 6,50 €/qm (Gesamtmiete 455 Euro je Monat). Dadurch müsste der Arbeitgeber die Wohnung für 455 Euro monatlich an seinen Arbeitnehmer vermieten. Die 44 Euro-Grenze ist anwendbar und die Miete darf bis auf 411 Euro abgesenkt werden. Dieser Betrag von 44 Euro ist weder lohnsteuer- noch sozialversicherungspflichtig.

Auch einmalige Leistungen des Arbeitgebers, die vom Arbeitnehmer in Anspruch genommen werden, fallen unter diese Freigrenze. Selbst wenn Rabatte, die dem Arbeitgeber gewährt werden, durch den Arbeitnehmer genutzt werden, liegt Lohn vor, der sozialversicherungspflichtig und lohnsteuerpflichtig ist. Wird die Grenze von 44 Euro eingehalten, unterliegt dieser Vorteil nicht der Lohnsteuer und der Sozialversicherungspflicht.

Beispiel: Der Arbeitnehmer mietet von einer Autovermietung einen Pkw und nutzt einen Rabatt von 10 %, der nur deshalb gewährt wird, da der Arbeitgeber diesen Rabattanspruch mit der Autovermietung vertraglich vereinbart hat. Die Miete beträgt deshalb nur 225 Euro statt 250 Euro laut Preisliste.

   Miete 250 Euro
- 4 % Bewertungsabschlag 10 Euro
= Miete nach Rabatt 240 Euro
- Zahlung des Arbeitnehmers      225 Euro
= Sachbezug
 15 Euro

                          
Da der Sachbezug unter 44 Euro liegt, ist keine Lohnsteuer oder Sozialversicherung abzuführen.

Ausnahmen:

  1. Die Freigrenze kann nicht auf die 1%-Regelung für Firmenfahrzeuge bei privater Nutzung angewendet werden.
  2. Geldgeschenke sind grundsätzlich Lohnbestandteil und fallen nicht unter diese Regelung.

Was passiert, wenn die Freigrenze überschritten wird?

Der gesamte Betrag wird lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn des Arbeitnehmers. Alternativ kann der Arbeitgeber diese Sachzuwendung mit 30 % pauschal versteuern.

 

Stand: 07.05.2015

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