Säumniszuschläge

Ist eine Steuer zu zahlen und der Steuerpflichtige kommt der Zahlungsverpflichtung nicht pünktlich nach, werden Säumniszuschläge erhoben. Der Säumniszuschlag wird nicht auf steuerliche Nebenleistungen, wie z. B. Verzinsungen von Steuernachzahlungen oder Verspätungszuschläge erhoben.

Bei Überweisungen reicht es aus, wenn die zu zahlende Steuer bis zum dritten Tage nach Fälligkeit beim Finanzamt eingeht. Entscheidend ist der Tag des Geldeingangs beim Finanzamt und nicht der Tag der Überweisung.
Wird die Zahlung in bar oder per Scheck geleistet, muss am Tag der Fälligkeit das Geld oder der Scheck beim Finanzamt eingehen.

Die Höhe des Säumniszuschlages beträgt ein Prozent je angefangenen Monat und ist auf den Steuerschuldbetrag zu leisten. Der Steuerschuldbetrag wird zuvor auf volle 50 Euro abgerundet. Dem Finanzamt steht kein Ermessen zu, ob der Säumniszuschlag erhoben wird, auch kann die Höhe nicht geändert werden.

Wird eine Steuererklärung zu spät eingereicht entsteht ein Verspätungszuschlag, jedoch kein Säumniszuschlag. Wird die Steuererklärung unpünktlich eingereicht und dann die Steuer verspätet gezahlt, ist zusätzlich zum Verspätungszuschlag der Säumniszuschlag zu zahlen.

Beispiel: In der Umsatzsteuervoranmeldung Oktober wird eine Umsatzsteuerzahllast von 5.112 Euro gemeldet. Die Umsatzsteuervoranmeldung wird erst am 12. November 2015 an das Finanzamt gesendet und die Zahlung der Steuer erfolgt am 13. November 2015 bar beim Finanzamt.
Die Umsatzsteuervoranmeldung hätte zum 10. des Folgemonats (10. November) an das zuständige Finanzamt gesendet werden müssen. Am selben Tag ist die Zahlung fällig. 
Durch die verspätete Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag von bis zu 10 % erheben (5.112 Euro x 10 % = 511 Euro).
Die Zahlung hätte am Tag der Steueranmeldung erfolgen müssen. Durch die Zahlung in bar gilt dieser Tag (13. November 2015) als Tag der Zahlung. Damit liegt ein Zahlungsverzug vor, der mit Säumniszuschlägen zu belegen ist.

Steuerschuldbetrag    5.112 €
abgerundet auf volle 50 €     5.100 €
Säumniszuschlag 1 %   51 €


Um eine doppelte Belastung durch den Verspätungszuschlag und den Säumniszuschlag zu vermeiden, hätte die Zahlung am 12. November 2015 erfolgen müssen oder die Steueranmeldung hätte erst auf den 13. November 2015 vorgenommen werden müssen. 
Wird jedoch die Steueranmeldung zu spät vorgenommen, um einen Säumniszuschlag zu vermeiden, liegt Steuerhinterziehung vor.

 

Stand: 11.05.2015

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