Umsatzsteuer-Nachschau

 

Bei der Umsatzsteuer-Nachschau handelt es sich um keine Außenprüfung, die auch keinen Außenprüfungsankündigungsbescheid voraussetzt. Das Finanzamt ist innerhalb der ordentlichen Geschäftsöffnungszeiten oder Arbeitszeiten berechtigt, die Geschäftsräume und Grundstücke des Unternehmens zu betreten und umsatzsteuerlich relevante Sachverhalte zu prüfen. 
Der Unternehmer bzw. auch die Mitarbeiter sind verpflichtet, diese Maßnahme zu dulden und müssen auf Verlangen auch Rechnungen und Belege herausgeben.
Das Finanzamt darf neben den Rechnungen und Belegen auch Buchungsvorgänge und Anlage- und Umlaufvermögen auf ihre Existenz prüfen. Sind Vorgänge durch eine EDV-Anlage erfasst worden oder Belege darauf abgelegt, darf der Prüfer die EDV-Anlage für die Aufklärung von umsatzsteuerlichen Sachverhalten einsehen.
Private Räume und Wohnungen dürfen von dem Prüfer nicht betreten werden, außer wenn die öffentliche Sicherheit oder Ordnung gefährdet ist. Genauso ist es dem Prüfer nicht erlaubt, eine intensive Durchsuchung der Geschäftsräume vorzunehmen.

Gründe einer Umsatzsteuer-Nachschau

Damit der Prüfer eine Umsatzsteuer-Nachschau durchführen darf, muss es einen bestimmten Anlass geben. Häufig sind ungewöhnlich hohe Vorsteuerabzugsbeträge ein Grund. Auch, wenn Unregelmäßigkeiten vorkommen, z. B. plötzlich sehr geringe Umsätze, kann es zu einer Umsatzsteuer-Nachschau kommen.
Der mit Abstand häufigste Grund ist die Existenzgründung. Es wird überprüft, ob das Unternehmen tatsächlich existiert und die Gegenstände vorhanden sind, für die der Vorsteuerabzug angemeldet wurde.

Ablauf einer Umsatzsteuer-Nachschau

Der Prüfer hat sich auszuweisen und mitzuteilen, dass eine Umsatzsteuer-Nachschau durchgeführt wird. Er wird sich die Wirtschaftsgüter ansehen, für die Vorsteuerabzüge geltend gemacht wurden und sich Unterlagen aushändigen lassen.
Da die Umsatzsteuer-Nachschau keine Außenprüfung ist, ist der Prüfer nicht berechtigt, andere Steuerarten mitzuprüfen. Nur für die Umsatzsteuer relevante Unterlagen müssen ausgehändigt werden. Für Prüfungszeiträume, die bereits abgeschlossen sind, darf keine Umsatzsteuer-Nachschau durchgeführt werden. Deshalb müssen auch keine Unterlagen über diese Prüfungszeiträume ausgehändigt werden. Die Mitarbeiter des Unternehmens dürfen nicht gegen ihren Willen befragt werden.
Stellt der Prüfer allerdings fest, dass erhebliche umsatzsteuerliche Probleme vorhanden sind, kann eine Außenprüfung sofort vorgenommen werden. Für diese Außenprüfung benötigt der Prüfer keinen üblichen Außenprüfungsbescheid. Die Ausweitung der Prüfung muss zwar schriftlich erfolgen, aber es muss keine Frist eingehalten werden. Der Prüfer muss bei Ausweitung der Prüfung, dieses unverzüglich mitteilen. Es dürfen aber weiterhin nur umsatzsteuerliche Vorgänge geprüft werden. Eine Außenprüfung auf andere Steuerarten ist nur möglich, wenn diese mit einem schriftlichen Bescheid angekündigt und eine angemessene Frist eingehalten wurde.

Zufallsfunde sind verwertbar

Findet der Prüfer bei der Umsatzsteuer-Nachschau andere steuerrelevante Unterlagen, die nicht die Umsatzsteuer betreffen, sind diese Funde auch verwertbar. Es sind deshalb immer nur die Unterlagen und Belege herauszugeben, die der Prüfer verlangt.

 

Stand: 26.05.2015

zurück