Umsatzsteuer-Sonderprüfung

Die Umsatzsteuer-Sonderprüfung ist eine Außenprüfung und muss durch das Finanzamt schriftlich angekündigt werden. Eine angemessene Frist bis zum Prüfungszeitraum ist einzuhalten. Als angemessene Frist werden 14 Tage angesehen. Bei großen Unternehmen ist eine Frist von 4 Wochen angemessen. Alle anderen Bedingungen, die bei einer Außenprüfung einzuhalten sind, sind auch bei der Umsatzsteuer-Sonderprüfung einzuhalten.

Die Umsatzsteuer-Sonderprüfung unterscheidet sich hinsichtlich ihres Umfangs zur normalen Außenprüfung. Da der Unternehmer durch die Umsatzsteuervoranmeldungen bereits im Laufe des Jahres Steueranmeldungen vornehmen und die Zahlungen leisten muss oder Erstattungen vom zuständigen Finanzamt erhält, kann das Finanzamt durch eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung die angemeldeten Umsatzsteuerbeträge und geltend gemachten Vorsteuerabzüge prüfen. Wird eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung durchgeführt, darf auch nur die Umsatzsteuer geprüft werden. Zufallsfunde sind aber verwertbar. In diesem Fall darf die Prüfung auch ausgeweitet werden, was aber schriftlich mitzuteilen ist. Da keine Frist bei Prüfungserweiterung einzuhalten ist, kann eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung sofort zu einer ordentlichen Außenprüfung umgewandelt werden.

Gegen eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung kann ein Einspruch eingelegt werden. Der Einspruch ist nur erfolgreich, wenn die Prüfungsanordnung fehlerhaft ist oder Personen geprüft werden sollen, die nicht geprüft werden dürfen. Durch den Einspruch selbst wird die Umsatzsteuer-Sonderprüfung nicht verhindert. Zusätzlich muss die Aussetzung der Vollziehung beantragt werden. Eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung ist keine abschließende Prüfung. Das Finanzamt kann trotz einer bereits durchgeführten und abgeschlossenen Umsatzsteuer-Sonderprüfung eine Außenprüfung anordnen.

 

Stand: 26.05.2015

zurück