Verböserung

Wird ein Einspruch gegen einen Steuerbescheid eingelegt, prüft das Finanzamt den kompletten Vorgang noch einmal. Fallen dabei weitere Sachverhalte auf, die eine höhere Steuerzahllast auslösen, kann das Finanzamt diese höhere Steuer auch festsetzten. Es liegt eine Verböserung vor.
Soll eine Verböserung vermieden werden, kann ein schlichter Änderungsantrag gestellt werden. Dadurch wird nur punktuell geprüft. Das Finanzamt darf keine Verböserung auf andere Sachverhalte vornehmen. Auch für den Sachverhalt, der durch den Änderungsantrag betroffen ist, kann eine höhere Steuer nur dann festgesetzt werden, wenn der Steuerpflichtige zustimmt.
Wurde im Rahmen eines Einspruchsverfahren eine Verböserung durch das Finanzamt vorgenommen, kann der Einspruch wieder zurückgezogen werden und die Verböserung ist aufzuheben. Dem Finanzamt stehen jedoch Änderungsnormen zur Verfügung, um bestimmte Änderungen dann trotzdem noch durchführen zu können. Eine Rücknahme des Einspruches kann deshalb eine Verböserung nicht verhindern.
Ist der Steuerbescheid unter Vorbehalt der Nachprüfung erlassen worden, kann das Finanzamt so lange Änderungen vornehmen, bis der Vorbehalt der Nachprüfung aufgehoben worden ist. Eine Einspruchsrücknahme führt dann nicht zur Rücknahme der Verböserung.

Stand: 18.05.2015

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