Verdeckte Gewinnausschüttung

Verdeckte Gewinnausschüttungen gibt es nur bei Kapitalgesellschaften.

Eine verdeckte Gewinnausschüttung liegt vor, wenn einem Gesellschafter oder eine dem Gesellschafter nahestehende Person einer Kapitalgesellschaft, Vermögensgegenstände oder auch Gelder vom Unternehmen in den privaten Bereich überführt werden, zu Bedingungen, die ein fremder Dritter nicht erhalten würde.

Beispiel: Ein Gesellschafter einer GmbH entnimmt einen PC aus seiner GmbH, um ihn ausschließlich privat zu verwenden. Er bezahlt dafür nur 100 Euro an die GmbH, obwohl der PC einen Wert von 500 Euro hat.
Lösung: Es liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung in Höhe von 400 Euro vor, da die GmbH einem Dritten den PC nicht für einen so geringen Preis verkauft hätte.
Damit ist der Gewinn der Kapitalgesellschaft um 400 Euro geringer.

Genauso liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, wenn der Gesellschafter der GmbH (Kapitalgesellschaft) eigene Leistungen zu hoch vergüten lässt.

Beispiel: Ist der Gesellschafter auch Geschäftsführer der GmbH und erhält ein unangemessen hohes Geschäftsführergehalt, liegt auch eine verdeckte Gewinnausschüttung vor. Hätte der Gesellschafter einen Geschäftsführer eingestellt, der nicht Gesellschafter der GmbH ist und ihm auch nicht nahe steht, hätte dieser unter den gleichen Umständen kein unangemessen hohes Geschäftsführergehalt erhalten.

Auswirkungen einer verdeckten Gewinnausschüttung

Laut Gesetz darf eine verdeckte Gewinnausschüttung den Gewinn nicht mindern. Deshalb wird der Wert der verdeckten Gewinnausschüttung dem Gewinn der Kapitalgesellschaft wieder hinzugerechnet und versteuert.
Kapitalgesellschaften unterliegen der Körperschaftsteuer. Das zu versteuernde Einkommen der Kapitalgesellschaft wird mit 15 % besteuert. Bei dem Gesellschafter, der die verdeckte Gewinnausschüttung erhalten hat, wird diese mit der Einkommensteuer (meistens in Form der Abgeltungsteuer) nochmals besteuert.

 


Stand: 18.05.2015

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