Zeitschriften

Zeitschriften sind nur dann als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten absetzbar, wenn sie nicht privat gelesen werden. Wird eine Zeitschrift auch privat gelesen, liegt ein gemischt genutztes Wirtschaftsgut vor. Nur wenn die betriebliche und private Nutzung objektiv aufteilbar ist (messen, schätzen, …), kann der betrieblich genutzte Teil des gemischt genutzten Wirtschaftsguts als Betriebsausgabe angesetzt werden. Da bei Zeitschriften diese Objektivität fehlt, ist bei einer auch privaten Nutzung einer Zeitschrift eine Betriebsausgabe nicht möglich.

Beispiel: Der Arzt hat für seinen Warteraum die regionale Tageszeitung und mehrere Boulevardzeitschriften abonniert. Die Tageszeitung wird von ihm, bevor sie im Warteraum für die Patienten ausgelegt wird, gelesen.
Eine Aufteilung zwischen der privaten Nutzung und der betrieblichen Nutzung ist bei der Tageszeitung nicht möglich, weil kein objektiver Maßstab herangezogen werden kann. Schließlich lässt sich nicht ermitteln, wie viel Patienten diese Zeitschrift lesen werden. Die Kosten für die Tageszeitung sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar.
Die Boulevardzeitschriften werden ausschließlich von den Patienten gelesen. Dadurch sind die Kosten als Betriebsausgaben in voller Höhe abziehbar.

Fachzeitschriften sind als Betriebsausgaben anerkannt, wenn sie nur Informationen vermitteln, die sich auf den Beruf beziehen. Computer-Zeitschriften wie die "Chip" sind zwar keine Fachzeitschriften. Ein Werbungskostenabzug ist hier aber möglich, wenn sie ausschließlich aus beruflichen Gründen von jemanedem gelesen wird, der einen EDV-Kernberuf ausübt. Ein in der Anlageberatung tätiger Bankangestellter kann dagegen die Kosten für für das "Manager-Magazin" nicht abziehen.

Bei Tageszeitungen wird grundsätzlich kein Abzug anerkannt. Ausnahme: Die Zeitung wird fast ausschließlich beruflich veranlasst. Beispielsweise ist in Abzug der Kosten für das "Handelsblatt" anerkannt, wenn dieses im Zusammenhang mit der steuerlichen und wirtschaftlichen Beratung von Mandanten erworben wird. 

 

Stand: 19.05.2015

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