Zerlegung der Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer fließt der Gemeinde oder der Stadt zu, in der sich die Betriebsstätte befindet. Hat ein Unternehmen mehrere Betriebsstätten, muss die Gewerbesteuer aufgeteilt werden. Da jede Gemeinde ihren Hebesatz selbst festlegen kann, wird zuvor der Gewerbesteuermessbetrag ermittelt und dieser dann aufgeteilt. Grundlage für die Aufteilung sind die Löhne der einzelnen Betriebsstätten.

Ausnahme: Bei Personengesellschaften muss zusätzlich zu den tatsächlich gezahlten Löhnen und Gehältern ein fiktiver Lohn für den Unternehmer angerechnet werden. Die Hinzurechnung liegt bei 25.000 Euro und wird auch nicht erhöht, wenn mehrere Gesellschafter in der Gesellschaft vorhanden sind. Dieser Betrag wird der Betriebsstätte zugerechnet, in der sich die Geschäftsleitung befindet.

Beispiel einer Zerlegung: Eine GmbH hat zwei Betriebsstätten (Hamburg und Berlin). Der ermittelte Gewerbesteuermessbetrag liegt bei 10.000 Euro. Die Lohnsumme aller Arbeitnehmer beträgt 800.000 Euro. Davon sind 500.000 Euro der ersten Betriebsstätte (Hamburg) und 300.000 Euro der zweiten Betriebsstätte (Berlin) zuzurechnen.

Der Messbetrag wird im Verhältnis der Lohnsummen der Betriebsstätten aufgeteilt. Auf die erste Betriebsstätte (Hamburg) entfallen 6.250 Euro (Steuermessbetrag 10.000 Euro / Lohnsumme 800.000 Euro x 500.000 Euro). Auf die zweite Betriebsstätte (Berlin) entfallen 3.750 Euro (Steuermessbetrag 10.000 Euro / Lohnsumme 800.000 Euro x 300.000 Euro) des Messebetrages. Jede Gemeinde erhebt auf den anteiligen Messbetrag ihren eigenen Hebesatz. Für die Betriebsstätte Hamburg sind 470 % zu zahlen (6.250 Euro x 470 % = 29.375 Euro), für die Betriebsstätte Berlin 410 % (3.750 Euro x 410 % = 15.375 Euro).

 

Stand: 23.04.2015

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